McPlanet.com 2009: Game Over - Neustart

Die Weltwirtschaft ist im Umbruch. Die globalen Finanzmärkte sind ins Wanken geraten, eine weltweite Rezession droht. Zugleich verschieben sich mit dem Aufstieg Chinas, Indiens und anderer Schwellenländer die weltwirtschaftlichen Gewichte. In Europa und den USA grassiert die Angst vor Firmenpleiten und Jobverlusten, auch durch die neuen Wettbewerber.

Obwohl die Fassade rissig wird, gilt das westliche Wirtschafts- und Konsummodell immer noch als allgemein erstrebenswert. Rasches Wachstum paart sich in vielen dieser aufstrebenden Länder mit einer atemberaubenden Zunahme der Ungleichheit. Durch den Nachfrageschub aus Asien schießen die Preise für Nahrung und Rohstoffe in die Höhe. Diese Tendenz gefährdet viele arme Entwicklungsländer in zweifacher Hinsicht, weil sie immer mehr für Importe von Rohstoffen zahlen müssen und durch die starke Verschuldung die Mittel für soziale Sicherung schrumpfen. Für ressourcenreiche Staaten hat sich der Preisboom in vielen Fällen als Ressourcenfluch erwiesen: die Plünderung der Rohstoffe geht oft einher mit Korruption, Luxuskonsum Weniger, Vertreibung der Bevölkerung, ethnischen Konflikten und der Vernachlässigung der Wirtschaft.

Die Ressourcen dieser Erde schrumpfen, das Ende des billigen Erdöls ist in Sicht und der Zugang zu Energiequellen wird immer mehr zum politischen Kalkül. Gleichzeitig werden die dramatischen Veränderungen der globalen Klimaerwärmung immer offensichtlicher: Gletscher schmelzen, Unwetter nehmen zu, der Meeresspiegel steigt, Trinkwasser wird knapp, die Ernährung ist für immer mehr Menschen gefährdet.

Die wirtschaftlichen Folgen ungehemmten Umweltverbrauchs für die Industrieländer sind absehbar. Der neue US-Präsident will die Energie- und Klimapolitik ins Zentrum rücken. Doch trotz internationaler Vereinbarungen und zahlreicher Initiativen ist noch keine Wende in Sicht.

Stattdessen rückt die Umweltkrise in den Mittelpunkt von „Sicherheitspolitik“. So schreiben EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner und EU-Chefdiplomat Javier Solana in einem internen Papier der EU, dass die EU ihre Möglichkeiten zur Abwehr von Klimaflüchtlingen und Sicherung von aktuellen und potenziellen Ressourcenräumen verstärken muss. Der Klimawandel wird als ein "Bedrohungsmultiplikator" gesehen, der "existierende Trends, Spannungen und Instabilität" noch verschlimmere. Zu den so genannten Sicherheitsgefährdungen zählen sie Konflikte um Wasser, Lebensmittel, Rohstoffe und Energieressourcen, ebenso einen "deutlich erhöhten Migrationsdruck" auf Europa.

Sind die Grenzen des Wachstums nun doch erreicht? Es ist eindeutig, "Business as usual" ist keine Option. Nobelpreisträger aus aller Welt haben im Herbst 2007 in Potsdam eine "Große Transformation" gefordert, um die Klimakrise zu bewältigen. McPlanet.com 2009 will über diese Veränderungen nachdenken, Ideen entwickeln, Strategien diskutieren:

  • Was sind die Alternativen zur vorherrschenden Wachstumsideologie und wie lassen sich Machtverhältnisse so ändern, dass die Rechte der Menschen und der Umwelt gewahrt werden?
  • Wie lässt sich der globale Casinokapitalismus zähmen?
  • Welche Prozesse müssen eingeleitet werden?
  • Was sind die treibenden Kräfte bei der Gestaltung des notwendigen Umbaus? Und was haben wir von einer neuen US-Präsidentschaft zu erwarten?
  • Was müssen wir an unserer Lebens- und Wirtschaftsweise ändern, um eine Klimakatastrophe noch abzuwenden und den Ressourcenraubbau zu beenden?
  • Welche Strukturen brauchen wir für eine zukunftsfähige Energieversorgung?
  • Wie weit reichen Flächen und Trinkwasser, um die Weltbevölkerung zu ernähren?
  • Und welche Rolle kann und muss Europa in der Welt spielen?

"Eine Andere Welt ist möglich": Dieses Motto der Weltsozialforen will McPlanet.com aufgreifen und hinzufügen: "Eine Große Transformation ist nötig: Game Over - Neustart!"

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